Holocaust nachspielen mit Schweinen
Wenn alle Schweine angekommen sind, werden sie nach Alter und Geschlecht unterteilt. Zusätzlich bekommen alle entsprechend ihrer Klassifizierung eine Marke in die Haut eingebrannt. Homosexuelle Schweine bedürfen jedoch einer anderen Kennzeichnung als im historischen Vorbild, da alle Schweine rosa sind. Je nach gewünschter Nachverwertung werden die Tiere entweder zur schweren körperlichen Arbeit auf dem Gelände gezwungen (Muskelfleisch) oder zwangsgemästet (Speck und foie gras). Besonders auffällige dagegen werden in die medizinischen Abteilungen gebracht, wo an Ihnen Versuche im Dienste der Volkswissenschaft durchgeführt werden.
Dann kommt für die Unterkreaturen nach und nach der Tag der Endlösung! Diese vollzieht sich dergestalt, dass die Schweine zuerst in abgesonderte Räumlichkeiten gelockt werden. Es soll dadurch selbstverständlich vermieden werden, dass die Tiere vor Feigheit schreien oder zögern. Danach wird, auch hier abweichend vom hauptsächlichen historischen Vorbild, keine Gasverströmung angewendet, weil dies dem nachherigen Verwendungszweck hinderlich wäre, sondern ausschließlich die Tötung durch Bolzenschuss. Es sind zu allen Maßnahmen dieser Art insbesondere auch junge Soldaten aus dem Volke zu rekrutieren. Im Falle, dass eine Seuche im Lager ausbrechen sollte, werden alle befallenen Tiere auf der Stelle der Tötung zugeführt und anschließend verbrannt, da sie nicht mehr verwertet werden können und eine Verbreitung der Seuche der Verwertung der restlichen Inhaftierten abdienlich wäre.
Nach der schrittweisen Tötung werden die Leichen gesammelt und der Verwertung zugeführt, dem letzten Schritte der Endlösung. Abweichend von nationalsozialistischer Praxis wird hier nicht nur die Gewinnung von Seife angestrebt, sondern auch die Zurverfügungstellung der körperlichen Ressourcen der Tiere als körperliche Nahrung des Volkes und somit als natürliche Erweiterung der dem Volke zustehenden Lebensgrundlagen. Dabei ist je nach Alter der Schweine eine unterschiedliche Verarbeitungsart anzuwenden. Junge Tiere werden gleich als Ganzes für die Aufbereitung in Drehgrills vorbereitet. Größere Leichen hingegen müssen zunächst noch zerteilt werden. Ihre Aufhängung an Fleischerhaken kann dabei nun durchaus der bestehenden historischen Praxis folgen. Zur Zerteilung der Körperteile sind ebenso Männer wie Frauen wie Jugend des Volkes heranzuziehen. Ungeeignete Stücke landen dabei in in den Boden gegrabenen, möglichst langen Furchen, deren Aushebung in unserer Nachspielung leider nicht von den Inhaftierten selbst übernommen werden kann.
Schlussendlich kann der enthusiastische Verzehr der neugewonnenen Lebensgrundlagen durch alle Schichten des Volkes gemeinsam bei einem großen Reichsparteitage als krönender Abschluss der Englösung betrachtet werden. Guido Knopp wird also die Erfüllung eines lang ersehnten Traumes erleben: Dabei zu sein, wenn alles passiert.
